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Füchtorf Helau 2021

In der Zeitreise des KFV zeigen wir euch ein „Best-of“ aus fast 40 Jahren Prinzenproklamation 🎞📽 Neben den Anfängen des Karnevals Füchtorfer Vereine liegt der Fokus vor allem auf den Proklamationen der Jubelprinzen 1988, 1999 und 2010. Fehlen darf natürlich auch nicht unser aktueller Prinz Tim I. „der Saubermann der mit Sachsen kann“ und seine Prinzessin Denise sowie aktuelle Comedy. Aus insgesamt über 100 Stunden Filmmaterial haben wir einen kurzweiligen Zusammenschnitt auf die Beine gestellt.

Wir wünschen euch viel Spaß 🍿

Von den Anfängen bis heute – 2010

Vor 11 Jahren feierten die Aktiven des Karnevals Füchtorfer Vereine eine rauschende Party im Saal bei Christa Artkamp zusammen mit den zahlreichen Besuchern der Prinzenproklamation. Am Ende bestieg ein frenetisch gefeierter Prinz Helmut II., „der Stadtsoldat mit Schützenformat“, gemeinsam mit seiner Prinzessin Elisabeth III. die Bühne und übernahm das Steuer des Narrenschiffs.

„Halb Füchtorf ist von seiner Tollität beauftragt worden“, fasste Sitzungspräsident Ludger Lietmann schmunzelnd nach der Verlesung der närrischen Regierungserklärung durch Prinz Helmut II. zusammen. Und auf zwei der elf närrischen Paragrafen möchten wir mit euch zusammen etwas genauer zurückblicken.

Im hiesigen Karneval wird das Verhältnis zwischen Sassenberg und Füchtorf oft auf eine harte Probe gestellt. Als Angehöriger des Städtischen Bauhofs der Stadt Sassenberg beauftragte Prinz Helmut II. die Stadtverwaltung Fördermittel bereitzustellen, um die Harmonie zwangszusammengelegter Orte zu fördern. Das ließ sich die Verwaltung um Bürgermeister Josef Uphoff nicht zweimal sagen. Im Rathauskeller kamen sich bei dem einen oder anderen vom Bürgermeister spendierten Bierchen die Ratspolitiker beider Ortsteile nach einer Sitzung näher.

Das Prinzenpaar verbindet eine lange Tradition mit dem Füchtorfer Narrentreiben. Prinz Helmut II. war mit vielen Mitgliedern seiner Clique bereits seit dem Jahr 1988 im Füchtorfer Karneval aktiv, zusammen sind sie bei den Festen mit großem Erfolg aufgetreten. Zu einem der schönsten Auftritte gehörte die Darbietung des Schwanentanzes. Diesen Augenschmaus wollte der Prinz seinem Narrenvolk am Rosenmontag nicht vorenthalten. Und das Original aus dem Jahr 1988 darf bei unserer Zeitreise des Füchtorfer Karnevals, welche wir kommenden Samstag auf unserer Homepage veröffentlichen werden, auch nicht fehlen.

 

Von den Anfängen bis heute – 1999

Nur wenige Informationen hatte die Narrenspitze über den neuen Füchtorfer Prinzen durchsickern lassen: Die Tollität 1999 sollte im Heimatverein und im Sportverein aktiv sein. Zudem sprach man von einer Beziehung zum Sassenberger Bürgermeister August Budde. Das öffnete natürlich Tür und Tor für wilde Spekulationen.

Am Tag der Prinzenproklamation wurde das Geheimnis sodann gelüftet. Freudestrahlend marschierte um 23:44 Uhr Walter Schlingmann I. von Holzdesign und Kolpingverein mit seiner Prinzessin Annette I. in den Saal ein. Gleich bei seinem furiosen Einmarsch ließ es sich der neue Regent der Füchtorfer Narren nicht nehmen, ein kräftiges „Helau“ in die Menge zu schmettern. Das ohrenbetäubende Echo der Füchtorfer bewies: Die Wahl von Walter I. zum Prinz Karneval 1999 war ein absoluter Treffer.

Auch das Prinzenpaar aus dem Jahr 1999 verbindet eine lange Tradition mit dem Füchtorfer Narrentreiben. Prinzessin Annette I. hat im Karneval schon so manches flotte Tanzbein geschwungen. Sie fegte als Mitglied der Rot-Weißen Funken viermal über die karnevalistischen Bühnen. Prinz Walter I. ist familiär „vorbelastet“. Vater Josef war 1982 der zweite Prinz des Karneval Füchtorfer Vereine. Als der Ex-Prinz von der Ernennung seines Sohnes zum Prinzen erfuhr, war die Freude riesig.

Doch was war mit dieser mysteriösen Verbindung zu August Budde? Auch das klärte sich direkt im Anschluss der Proklamation, als der überraschte Bürgermeister das Mikrofon in die Hand nahm: „Ich konnte ja nicht ahnen, dass mein ehemaliger Stift und Lehrling Walter Schlingmann Prinz Karneval in Füchtorf wird.“

Von den Anfängen bis heute – 1988

Die Stimmung im Saal bei Artkamp-Möllers hatte längst ihren Siedepunkt erreicht, als Prinz Pico I. von Wursterei und Ratspartei und seine Prinzessin Helga am 30. Januar 1988 mit großem Gefolge und unter donnernden Beifall einmarschierten. Beim vorherigen Schützenfest hatte Wilfried „Pico“ Teubner noch versucht, sich auf den Thron der Bürgerschützen zu schießen. Als Kaiser wäre er gerne durchs Heidedorf marschiert. Nun führte er in der Session 1988 das Füchtorfer Narrenvolk an.

Die neue Tollität kam am Abend der Prinzenproklamation direkt von einer Nachbarschaftsfeier und brachte neben seiner Prinzessin Helga noch eine zweite Prinzessin mit: Pico´s Nichte Andrea Kaiser regierte in Leipzig das Narrenvolk. Sie kam in die Bundesrepublik, um einen Geburtstag mitzufeiern und stand unversehens selbst bei der Füchtorfer Karnevalsveranstaltung im Scheinwerferlicht.

Im Programm der Füchtorfer Narren standen zuvor zwei Themen besonders im Fokus: Der damalige Bürgermeister August Budde und sein Stadtdirektor Heinz Schwienheer weihten am Tag der Prinzenproklamation Müselers Mühle in Sassenberg ein. Aufgrund der 1,2 Millionen DM-Last mussten sie einige Witze über sich ergehen lassen und bekamen von Prinz Pico als Verdienst einen Mühlensteinorden verliehen. Das zweite große Thema war der Bau der Umgehungsstraße B 475. Prinz Pico veranlasste dazu in seiner Prinzenrede, die Erdmassen auf einen Haufen kippen zu lassen. Bei genügend Schnee könne auf diesem Hügel dann Wintersport betrieben werden. Das dürfte Füchtorf als Urlaubsort noch attraktiver machen. Außerdem könnten dann die „Querulanten“ unter seinen damaligen Ratskollegen den „Füchtorfer Buckel“ runterrutschen. Was er zusätzlich aufgrund des Baus der Umgehungsstraße als prinzlichen Paragrafen verlauten ließ zeigen wir euch in unserer Zeitreise des Füchtorfer Karnevals, welche wir kommenden Samstag auf unserer Homepage veröffentlichen werden.

Bei der Recherche zur Session 1988 ist uns noch ein Fundstück „in die Finger gekommen“, welches wir euch nicht vorenthalten möchten. Das Finanzamt Warendorf gab über die Lokalpresse Tipps zur Geltendmachung von Aufwendungen für die Beherbergung und Beköstigung von nahen Angehörigen aus der DDR. Wie viele Füchtorfer Narren von dieser Regelung Gebrauch machen konnten, ist uns allerdings nicht überliefert.

Von den Anfängen bis heute – 1981

Selbst in den kühnsten Träumen hätte sich die Arbeitsgemeinschaft der Füchtorfer Vereine nicht ausgemalt, welch ein Erfolg ihr Karnevalsfest im ersten Jahr werden sollte. Sämtliche Karten waren im Vorverkauf für das Karnevalsfest innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Dabei hatte die Arbeitsgemeinschaft mit dem Durchführen des Festes völliges Neuland betreten, denn es war das erste dieser Art in Füchtorf überhaupt. Erfahrungen, auf die die Organisatoren um Josef Lütke Wienker hätten zurückgreifen können, gab es nicht, aber anzumerken war es dem zweistündigen Programm nicht, mit welcher Mühe es zusammengestellt worden war.

Es fehlte nichts, was zu einem richtigen Narrenfest gehört: Büttenredner, Gruppen mit humorvollen Einlagen, Tanzmariechen und einen Sitzungspräsidenten, der den Saal „voll im Griff“ hatte, witzig und spritzig die einzelnen Programmpunkte ansagte und treffend kommentierte: Klaus Hölscher war einfach klasse, so die einhellige Meinung der Füchtorfer Karnevalisten.

Absoluter Höhepunkt war jedoch die Proklamation des ersten Füchtorfer Karnevalsprinzen. Prinz Kalli I. von Mäh und Drescher, der über das närrische Volk in der Session 1981 regierte. Mit Kalli Schlingmann hatte keiner gerechnet, zu geschickt hatten die Organisatoren Spuren gelegt, die zu unzähligen Wetten reizten. Das närrische Volk stand denn auch auf den Stühlen, als mit dem Elferrat Prinz Kalli in den Saal einzog.

Neben dem Initiator Josef Lütke Wienker gehörten dem ersten Elferrat des KFV Dieter Pohlschmidt, Johannes Kleine Hörstkamp, Gregor Böckenholt, Josef Budde, Albert Kemner, Heinz-Josef Krimphoff, Helmut Meyer, Alois Ruhe, Heinrich Schlingmann und  Anton Schwienheer an. Paul Gröne führte die Füchtorfer Narren als erster Zeremonienmeister an.